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Gouldamadine Hahn
Rotkopf
Schwarzkopfhennen auf einem selbstgebauten Treppenast aus Birke

Allgemeines:

Die Gouldamadine kommt ursprünglich aus Australien und ist einer der wunderschönsten Amadinenarten überhaupt. Sie wird ca. 13 cm lang.

Verhalten:

In ihrem Wesen ist sie sehr friedlich und zurückhaltend. Daher kann sie schnell von anderen Volierenbewohnern dominiert werden, z.B. Zebrafinken können ihnen ganz schön zusetzen. Ich halte die Vögel ausschließlich im Schwarm ohne andere Vogelarten.

Mit anderen Amadinen oder ruhigen Ziervogelarten wie Kanarien oder Diamanttäubchen kann man sie bei ausreichend Platz natürlich auch vergesellschaften. Es kann aber sein, dass sie sich doch etwas gestört fühlen und nicht brüten, besonders wenn andere Vögel in der Voliere ständig alle Nester besetzen oder begutachten.

Gesang:

Die Gouldamadine ist auch recht leise, sie gibt allenfalls bei Isolierung vom Schwarm laute Ruflaute durch ein lautes zitt-zitt oder zriüt von sich. Der Ruf des Partners kann auch mal ein kräftigerer zitt Rufen sein.

Ansonsten kommunizieren sie ständig durch ein leises sit Rufen miteinander, um sich zu vergewissern, dass der Schwarm noch da ist. Der Gesang der Hähne ist ein melodisches Zwitschern, bei dem jeder Hahn seine individuelle Note zeigt. Der Gesang wird immer wieder gleich wiederholt, nachdem er einmal fest einstudiert worden ist.

Färbung:

Die Farbgebung ist bei dieser Finkenart einmalig, es gibt drei Varianten im Wildtyp. Zum einen den Rotkopf, dieser ist recht häufig, dann den Schwarzkopf, welcher am zweit häufigsten vorkommt und schließlich den Orangekopf(rezessives Merkmal, eigentlich ein Rotkopf mit zu wenigen Pigmenten, Bild siehe Seite 3), welcher am seltensten ist.

Die Männchen sind sehr intensiv gezeichnet, unter der jeweiligen Kopffarbe schließt sich ein schwarzer und ein türkiser, stark auffallender Streifen an. Die Brust zeigt ein kräftiges lila, der Bauch ist strahlend gelb, der Rücken grün- oliv mit einem türkisen Stoss und schwarzer Spitze.

Die Weibchen sind dagegen eher blassfarbend, auch sie zeigen alle 3 Kopfvarianten.

Ansonsten gibt es noch Farbmutanten wie Blaue Goulds, hier ist das grün der Vögel blau oder gelbe Mutationen, hier fehlt das grün vollständig, stattdessen ist der Rest gelb. Weiterhin gibt es noch die Weißbrust, dem die lila Brust fehlt und noch weitere.

Es besteht für diese Art ein Ausfuhrverbot aus Australien, glücklicherweise gibt es aber doch Nachzuchten zu erwerben.

Haltung:

Luftfeuchtigkeit/Temperatur:

Die Gouldamadine benötigt eine Luftfeuchtigkeit von 55-70 %. Trockene Luft verträgt sie schlecht und es kann schnell zu Atemwegsproblemen kommen. Die Temperatur sollte 15 Grad nicht unterschreiten, daher ist sie nicht winterfest und bedarf einer beheizten- oder Zimmervoliere. Am besten ist eine Temperatur von 20-28 °C.

Die Goulds lieben die Sonne, man macht ihnen eine echte Freude, wenn sie mal Zugang zur Sonne bekommen. Sie drehen dann den Kopf zur Sonne, schließen die Augen und nehmen ein ausgiebiges Sonnenbad.

Mindestbesatz:

Wie alle Prachtfinken ist auch die Gouldamadine ein Schwarmvogel, der Mindestbesatz sollte daher wenigstens 4 Vögel betragen. Nur der Schwarm bietet dem Vogel das Gefühl der Sicherheit, denn in der Natur bedeutet er:

- rechtzeitiges erkennen von Fressfeinden

-schlechter Angriffspunkt des Einzelnen durch Verwirrung des Jägers, ein Einzelvogel wird so schlecht isolierbar = Sicherheit

- Überwachung der anderen, daher kann der Einzelne auch mal schlummern oder sich in der Nahrungssuche vertiefen

- besseren Bruterfolg

ansonsten leidet der Vogel unter dauernden Stress.... 

Volierengröße:

Die Volieren sollte ein Mindestmass von 100x50x100cm  für vier Vögel besitzen(bei weiteren Tieren natürlich mehr). Generell sollte der Käfig immer lieber länger als hoch sein. Denn Finken fliegen generell mehr in gerader Richtung als nach unten oder oben.

Daher fallen viele gängige Volieren aus dem Handel raus. Das betrifft besonders die Volierentürme, die zwar sehr hoch sind, aber winzig in der Länge und Breite. 100cm sollte die Käfiglänge auf jedenfall besitzen.

Man sollte bedenken, dass diese Vögel nie Freiflug bekommen und das in der Käfiggröße umsetzen (im Gegensatz zu z.B. Wellensittichen, die zwar einen kleineren Käfig haben, aber dauernd durch das Zimmer fliegen können).

Bei zu wenig Platz oder Anzahl an Artgenossen, kümmern sie schnell, sind ruhig bisweilen langweilig. Sie sitzen nur auf der Stange. Auch ist hier die Krankheitsanfälligkeit sehr hoch, auch allein durch die beginnende Verfettung, insbesondere der Leber. Man sollte sie NIEMALS EINZELN HALTEN, das ist absolut tierschutzwidrig, denn dieser Vogel leidet.

Das Schönste ist es sowieso sie im Schwarm zu erleben. Hier gibt es ständig Aktion, man sieht richtig wie wohl sie sich dann fühlen. Die ganze Bandbreite der sozialen Interaktion zeigt sich nun dem Beobachter. Und auch der Nachwuchs lässt nicht lange auf sich warten.

Stangen:

Die Äste sollten aus Naturholz bestehen, zum Einen schont das die empfindliche Vogelhaut, zum Anderen haben solche Äste einen unterschiedlichen Durchmesser. Das ist wichtig um die Sehnen und Gelenke des Fußes zu trainieren. Durch die sich ständig wechselnde Oberfläche und Radius wird der Fuß auch dauernd unterschiedlich beansprucht.

Das gymnastisiert den Fuß. Am besten ist es von 2 cm bis wenige mm alles anzubieten. Geeignet sind Haselnuss, Birke, ungespritzte Obstbäume, Eiche, Ahorn. Beim Landen des Vogels sollte der Ast auch nachgeben, das schont auf Dauer die Gelenke.

Man sollte auch genügend Flugfreiraum belassen und nicht alles voller Äste stopfen, die Hauptbewegungsart ist nunmal das Fliegen. Ich habe in meiner Voliere die Äste im Randbereich eingehängt, so dass die Mitte zum Fliegen frei ist(siehe Bild S.2), auch der Kletterast ist dafür optimal und schnell selbstgebaut(Holzleim+Ast).

In der Natur setzen sie sich besonders Nachts gerne auf sehr dünne Äste, wahrscheinlich um Schlangen keine Chance zu geben.

Stangen mit Sandbeschichtung sind abzulehnen, es sorgt kaum für einen besseren Krallenabrieb, schädigt aber den empfindlichen Vogelfuß. Es kann dadurch sogar zum gefürchteten Bumble foot kommen(Entzündung der Fußhaut), welcher sehr schlecht heilt.

Denn durch den Abrieb reagiert der Fuß mit vermehrter Hornbildung. Dadurch verdünnt sich der Hautanteil. Das Horn wird wiederum abgerieben. Die Folge ist ein absenken der Hautvitalität und verringern der Hautdicke, sowie ein Eindringen von Keimen.

Daraus resultiert dann die Entzündung bzw. Infektion des Fußes.(Es gibt aber auch noch andere Ursachen- einseitige Sitzstangen, erhöhtes Gewicht durch Verfettung, fehlende Bewegung und dadurch Mangeldurchblutung des Fußes...)

Grit/Sepia:

Man sollte den Goulds immer massenhaft Grit zur Verfügung stellen, denn der Verbrauch ist enorm bei den Kleinen. Es sollte auch nicht die Sepiaschale vergessen werden, besonders zur Brutzeit, hier besteht ein großer Ca-Bedarf.

Wasser:

Die Vögel Baden außerdem sehr gerne. Meistens warten sie bis sich ein Vogel ins Wasser wagt, danach springen fasst alle gleichzeitig rein. Erst benetzen sie die Brust, dann schlagen sie mit den Flügeln das Wasser hoch und planschen richtig im Häuschen herum. Nun wird sich ausgiebig geputzt und geschüttelt. Ich benutze als Badehäuschen einen großen Edelstahlnapf, da es für Volieren keine Badehäuser gibt. Für Käfige gibt es die gängigen Badehäuser zum Einhängen an der Käfigtür.

Beleuchtung:

Eine  Zimmervoliere muß meistens beleuchtet werden, da sonst die Lichtausbeute zu niedrig ist. Man sollte dabei bedenken, dass alle Leuchtstoffröhren für die Vögel flackern! Auch Energiesparlampen ohne Vorschaltgerät von mindestens 100 Hz betrifft das.

Die Vogelbeleuchtung gleicht dann der einer Disco, die Folge ist Stress. Es kann auch passieren, dass sie dadurch den Anflugplatz verpassen und stürzen. (Übrigens kann das bei Papageien ein Grund fürs Ferderrupfen sein!)

Es ist ja auch schwer zu landen, wenn jemand ständig das Licht an- und ausmacht! Dies nennt man Flickereffekt. Die Vögel sind der Lage mehr Bilder pro Sekunde wahrzunehmen als Mensch.

Eine Leuchstoffröhre bzw. Energiesparlampe ist mit Gas gefüllt und zündet sich ständig durch den Wechselstrom teils neu, die Zwischenphasen können alle Vögel als flackern wahrnehmen.

Man kann das nur durch ein Vorschaltgerät von mindestens 100 Hz oder Gleichstrom umgehen. Daher gibt es spezielle Vogellampen z.B. von Arcadia, die das berücksichtigen. Hier ist in der Lampenfassung ein Vorschaltgerät integriert.

Ich kann die E27 20 Watt Energiesparlampe empfehlen. Von Leuchtstoffröhren würde ich immer Abstand nehmen, da es hierfür keine speziellen Vorschaltgeräte gibt, auch nicht von Arcadia. Daher flackern ALLE Leuchtstoffröhren für Vögel!!!!

Natürlich sollte die Lampe auch UVA und UVB besitzen. Denn Vögel sehen diese Strahlen, bestimmtes Futter oder bei einigen Arten sogar das Geschlecht von einem anderen Vogel, können sie nur so erkennen. Für den Menschen ist UV Strahlung nicht sichtbar, da uns die entsprechenden Rezeptoren fehlen.

Spezielle Reptilienlampen(Repti Glo 5.0.usw..... ) flackern ebenfalls für die Vögel, da die Energiesparlampen nur 50 Hz haben, also zu wenig und die Leuchtstoffröhren sind ja generell ungeeignet. Außerdem ist meistens der UVB Anteil zu hoch.

Daher sollte man eine spezielle Vogellampe erwerben!

 

 

 

kiesi.bommel@web.de